2.1 Vorab: Was ist die Zentripetalkraft?
✎ Ergänzung — diese kleine Vorüberlegung trägt alle drei Rechnungen dieses Kapitels. Ohne sie wirken die Formeln wie auswendig gelernt.
Die Zentripetalkraft
Warum braucht eine Kreisbewegung überhaupt eine Kraft? Der Gedankengang in kleinen Schritten:
- Geschwindigkeit ist ein Vektor
— sie hat einen Betrag und eine Richtung. - Auf einer Kreisbahn ändert sich ständig die Richtung von
(der Körper biegt fortwährend ab), selbst wenn der Betrag (das Tempo) gleich bleibt. - Jede Richtungsänderung von
ist bereits eine Beschleunigung (Beschleunigung = Änderung des Geschwindigkeitsvektors, nicht nur des Tempos). - Eine Beschleunigung verlangt nach Newton (
) eine Kraft. Diese nach innen gerichtete Kraft nennt man Zentripetalkraft.
Die Zentripetalkraft ist keine eigene Naturkraft, sondern eine Rolle, die eine vorhandene Kraft übernimmt — bei Satelliten die Gravitation, beim Hammerwerfer das Seil, bei Elektronen die Coulomb-Kraft (die elektrische Anziehung bzw. Abstoßung zwischen geladenen Teilchen — hier zieht der positive Kern das negative Elektron an).
✎ Und die Zentrifugalkraft (Fliehkraft)? Sie ist keine echte Kraft, sondern eine Scheinkraft — der Trägheitseffekt im mitrotierenden Bezugssystem. Was in der geradlinigen Bewegung „Trägheit" heißt, heißt in der Drehbewegung „Zentrifugalkraft".
Betrag der Zentripetalkraft (wird gleich gebraucht):
| Symbol | Bedeutung | Einheit |
|---|---|---|
| Zentripetalkraft (zum Mittelpunkt) | N | |
| Masse des umlaufenden Körpers | kg | |
| Bahngeschwindigkeit | m/s | |
| Bahnradius | m |