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2.1 Vorab: Was ist die Zentripetalkraft?

Ergänzung — diese kleine Vorüberlegung trägt alle drei Rechnungen dieses Kapitels. Ohne sie wirken die Formeln wie auswendig gelernt.

Die Zentripetalkraft FZP ist die Kraft, die einen Körper auf einer Kreis- (oder Ellipsen-)Bahn hält. Sie zeigt immer zum Mittelpunkt der Bahn.

Warum braucht eine Kreisbewegung überhaupt eine Kraft? Der Gedankengang in kleinen Schritten:

  1. Geschwindigkeit ist ein Vektor v — sie hat einen Betrag und eine Richtung.
  2. Auf einer Kreisbahn ändert sich ständig die Richtung von v (der Körper biegt fortwährend ab), selbst wenn der Betrag (das Tempo) gleich bleibt.
  3. Jede Richtungsänderung von v ist bereits eine Beschleunigung (Beschleunigung = Änderung des Geschwindigkeitsvektors, nicht nur des Tempos).
  4. Eine Beschleunigung verlangt nach Newton (F=ma) eine Kraft. Diese nach innen gerichtete Kraft nennt man Zentripetalkraft.

Die Zentripetalkraft ist keine eigene Naturkraft, sondern eine Rolle, die eine vorhandene Kraft übernimmt — bei Satelliten die Gravitation, beim Hammerwerfer das Seil, bei Elektronen die Coulomb-Kraft (die elektrische Anziehung bzw. Abstoßung zwischen geladenen Teilchen — hier zieht der positive Kern das negative Elektron an).

Und die Zentrifugalkraft (Fliehkraft)? Sie ist keine echte Kraft, sondern eine Scheinkraft — der Trägheitseffekt im mitrotierenden Bezugssystem. Was in der geradlinigen Bewegung „Trägheit" heißt, heißt in der Drehbewegung „Zentrifugalkraft".

Betrag der Zentripetalkraft (wird gleich gebraucht):

FZP=mv2r
SymbolBedeutungEinheit
FZPZentripetalkraft (zum Mittelpunkt)N
mMasse des umlaufenden Körperskg
vBahngeschwindigkeitm/s
rBahnradiusm