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14.6 Spezifischer Widerstand

Quelle: Mitschrift §5.1.9

Der Widerstand eines Drahtes hängt nicht nur vom Material, sondern auch von seiner Form ab:

R=ϱlA
SymbolBedeutung
RWiderstand des Leiters
ϱspezifischer Widerstand (material- und temperaturabhängig), Einheit Ωm
lLänge des Leiters
AQuerschnittsfläche

Woher die Formel kommt — jede Abhängigkeit einzeln begründet.

  1. Länger ⇒ mehr Widerstand (Rl): Auf einem längeren Weg muss ein Elektron an mehr Atomrümpfen vorbei und wird öfter abgebremst (mehr Wechselwirkungen). Doppelte Länge = doppelt so viele „Hindernisse" = doppelter Widerstand. (Wie zwei gleiche Widerstände in Reihe: Rges=2R.)
  2. Dicker ⇒ weniger Widerstand (R1/A): Ein größerer Querschnitt A bietet mehr parallele „Fahrspuren" für die Elektronen → es passt mehr Strom durch, der Widerstand sinkt. Doppelter Querschnitt = halber Widerstand. (Wie zwei Widerstände parallel.) Deshalb steht A im Nenner.
  3. Material ⇒ ϱ: Der spezifische Widerstand ϱ fasst zusammen, wie stark ein bestimmtes Material die Elektronen bremst (unabhängig von der Form). Gold/Kupfer haben kleines ϱ (gute Leiter), Eisen/Blei größeres (schlechtere Leiter).
  4. Heißer ⇒ mehr Widerstand: Bei höherer Temperatur schwingen die Atomrümpfe heftiger → die Elektronen stoßen häufiger an → mehr Bremsung. Das steckt in ϱ (temperaturabhängig) und ist die Grundlage von §14.7.

Rechenbeispiel — Kupferkabel, Schritt für Schritt. l=100 m, Durchmesser d=1 mm =103 m, ϱCu1,7108 Ωm.

  1. Querschnittsfläche (Kreis): A=π(d2)2=π(0,5103m)27,85107 m2.
  2. Einsetzen: R=ϱlA=1,7108 Ωm100 m7,85107 m2.
  3. Ausrechnen: 1007,851071,27108, mal 1,7108R2,17 Ω. (So klein ist der Widerstand einer langen Kupferleitung — genau deshalb verwendet man Kupfer für Kabel.)