Thema 6 — Physikalische Naturphaenomene
Kosmische Strahlung (+ SRT/Myonen) · Blitz und Gewitter · Interferenz an dünnen Schichten
Kapitel
- 6.1 Kosmische Strahlung
- 6.2 Exkurs: Spezielle Relativitätstheorie und das Myonenproblem
- 6.3 Blitz und Gewitter
- 6.4 Schallintensität
- 6.5 Interferenz an dünnen Schichten
Selfcheck
- Wie zeigte Hess 1912, dass ein Teil der Strahlung aus dem All kommt?
- Unterscheide Strahlung nach Quelle und nach Wechselwirkung. Was sind die häufigsten Sekundärteilchen?
- Formuliere das Myonenproblem und löse es mit Zeitdilatation bzw. Längenkontraktion.
- Warum „merkt" ein bewegtes Teilchen seine eigene Zeitdilatation nicht? Was gilt für ein Photon?
- Nenne die drei Phasen eines Blitzes. Welche ist sichtbar, welche nicht — und was löst den Blitz aus?
- Warum wird der Donner (Linienquelle) mit dem Abstand langsamer leiser als ein punktförmiger Schall?
- Erkläre den Mechanismus der Interferenz an dünnen Schichten inkl. Phasensprung.
- Warum entsteht dabei ein farbiges Schillern? Nenne zwei Anwendungen.
- Was sind Newton'sche Ringe? Gib die Formel
an und erkläre, wie man damit die Haardicke misst. - Warum sieht man den Blitz vor dem Donner — und wie weit ist das Gewitter entfernt, wenn 9 s dazwischen liegen?
- Wie dick muss eine Antireflexschicht sein, und warum heben sich dort die Phasensprünge auf? Wohin „verschwindet" das ausgelöschte Licht?
- Warum ändern sich die Schillerfarben dünner Schichten mit dem Blickwinkel?
- Wie entstehen Polarlichter? Warum sieht man sie nur in Polnähe — und woher kommen Grün, Rot und Blauviolett?
- Wie schützt man eine Mars-Mission vor der kosmischen Strahlung? Warum ausgerechnet Wasser — und wie dick etwa?
§§ANTWORTEN
- Mit einem Ballon maß Hess die ionisierende Strahlung in der Höhe; sie nahm zu statt ab. Also kommt ein Teil aus dem Weltall (nicht nur aus dem Boden). (§6.1)
- Nach Quelle: solare (von der Sonne) vs. interstellare Strahlung; nach Wechselwirkung: primäre (direkt aus dem All) vs. sekundäre (beim Aufprall auf N₂/O₂). Häufigste Sekundärteilchen: Myonen (ca. 75 %). (§6.1)
- Myonen leben nur
s, kämen klassisch nur m weit, werden aber nach 20 km am Boden gemessen. Zeitdilatation: Aus Erdsicht vergeht die längere Zeit , das Myon „lebt" länger. Längenkontraktion: Aus Myonsicht ist der Weg verkürzt. (§6.2) - Weil im eigenen Bezugssystem alles normal ist — nur die Außenwelt erscheint verändert. Für ein Photon (
) vergeht gar keine Zeit. (§6.2) - 1. Spannungsaufbau, 2. Leitblitz (Ionenkanal, unsichtbar), 3. Hauptblitz (sichtbar). Ausgelöst wird er wahrscheinlich durch die kosmische Strahlung (Spannung allein reicht nicht). (§6.3)
- Weil der lange Blitzkanal eine Linienquelle ist:
statt wie bei einer Punktquelle — die Intensität nimmt mit dem Abstand langsamer ab. (§6.4) - Licht wird teils an der Oberseite, teils an der Unterseite der dünnen Schicht reflektiert; die beiden Wellen interferieren. Bei Reflexion am optisch dichteren Medium gibt es einen Phasensprung um
. (§6.5) - Verschiedene Wellenlängen erfüllen die Interferenzbedingungen unterschiedlich → manche Farben verstärken sich, andere löschen aus → Schillern. Anwendungen: Antireflexbeschichtungen und Strukturfarben in der Natur. (§6.5)
- Konzentrische helle/dunkle Ringe der Luftschicht zwischen einer Linse und einer Glasplatte; aus
folgt für dunkle Ringe . Umkehrung: Bei bekanntem und einem Luftkeil (Haar zwischen zwei Platten) gibt die Streifenzahl die Dicke, z. B. . (§6.5) - Licht ist praktisch sofort da, Schall braucht ~3 s pro km → Entfernung ≈ Sekunden/3; bei 9 s also ≈ 3 km. (§6.3)
(≈ 100 nm für grünes Licht). Weil , springen beide Reflexe um — die Sprünge heben sich auf, und ergibt Auslöschung. Die Energie geht ins durchgehende Licht (höhere Transmission). (§6.5) - Der Gangunterschied hängt vom Winkel ab (
): flacherer Blick → kleinerer Gangunterschied → eine kürzere Wellenlänge wird konstruktiv → Farbverschiebung Richtung Blau. (§6.5) - Sonnenausbrüche verursachen magnetische Stürme; das Erdmagnetfeld führt die geladenen Sonnenwind-Teilchen entlang der Feldlinien zu den Polen (nur dort tauchen die Feldlinien in die Atmosphäre ein — deshalb nur in Polnähe sichtbar). In ca. 100–300 km Höhe regen sie O und N₂ an; beim Abregen leuchtet es: Grün = Sauerstoff 557,7 nm, Rot = Sauerstoff höherer Schichten, Blauviolett = N₂. (§6.1)
- Formulierung aus dem Unterricht: das Raumschiff mit einer ca. 5 m dicken Wasserschicht umhüllen — Wasser ist wasserstoffreich, leichte Kerne moderieren und absorbieren die Teilchen am besten, und Trinkwasser muss ohnehin mit; dazu Magnetschild (ahmt das Erdmagnetfeld nach) und Quartiere unter dem Marsboden. (§6.1)