9.6 Heisenberg'sche Unschärferelation
Quelle: Themenpool §9
Ort und Impuls eines Teilchens können nicht gleichzeitig beliebig genau bestimmt werden — das ist kein Messfehler, sondern ein fundamentales Prinzip der Natur:
| Symbol | Bedeutung |
|---|---|
| Ortsunschärfe (wie scharf der Ort festliegt) | |
| Impulsunschärfe, mit | |
| reduziertes Plancksches Wirkungsquantum |
Warum gibt es diese Unschärfe überhaupt? — Das Wellenpaket
Die Unschärfe ist eine direkte Folge des Welle-Teilchen-Dualismus (Quantenobjekte zeigen je nach Experiment Wellen- oder Teilcheneigenschaften; beide Bilder gehören zu demselben Objekt). Man muss sich klarmachen, wie man ein Teilchen als Welle „an einen Ort legt":
- Eine einzelne, reine Sinuswelle hat eine scharf definierte Wellenlänge
. Über die De-Broglie-Beziehung (jedem Teilchen ist eine Materiewelle zugeordnet; ihre Wellenlänge und der Impuls hängen über zusammen) bedeutet das einen exakt bestimmten Impuls ( ). - Aber eine reine Sinuswelle ist überall im Raum gleich ausgedehnt — sie hat keinen Ort (
). So ein „Teilchen" wäre über den ganzen Raum verschmiert. - Um das Teilchen zu lokalisieren (an einen Ort zu bringen), muss man viele Sinuswellen verschiedener Wellenlängen überlagern. Durch Interferenz löschen sie sich überall bis auf einen kleinen Bereich aus — es entsteht ein Wellenpaket (ein lokalisierter „Wellenklumpen").
- Je enger das Paket sein soll (kleines
), desto mehr verschiedene Wellenlängen muss man mischen → desto größer die Streuung der enthaltenen Impulse (großes ). - Umgekehrt: Will man einen scharfen Impuls (nur eine Wellenlänge, kleines
), wird das Paket breit (großes ).
Lokalisierung im Ort und Schärfe im Impuls sind also gegenläufig — man kann nicht beides zugleich klein machen. Das ist keine Schwäche unserer Messgeräte, sondern liegt in der Wellennatur der Materie selbst.
Bedeutung des Faktors
Das Produkt
Energie-Zeit-Form
Analog gilt für Energie und Zeit: