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12.2 Rutherford — der Kern wird entdeckt

Quelle: Mitschrift §3.2.2 · ausführlich in Thema 4

Vor Rutherford galt das Thomson'sche Atommodell (1904), auch Rosinenkuchenmodell (engl. plum pudding model) genannt: Die positive Ladung ist gleichmäßig über die ganze Kugel „verschmiert", und die negativen Elektronen sitzen darin verteilt — wie die Rosinen in einem Kuchen (bzw. Pflaumen im Pudding). Es gibt nach diesem Bild keinen Kern; positive und negative Ladung durchdringen einander gleichmäßig.

Rutherford beschoss eine dünne Goldfolie mit (positiver) α-Strahlung: Die meisten Teilchen flogen fast ungehindert hindurch, doch einige wurden stark abgelenkt oder sogar zurückgestreut. Das widerlegt Thomsons Modell: Wäre die positive Ladung gleichmäßig verteilt (dünn „verschmiert"), könnte sie ein schnelles α-Teilchen niemals zurückwerfen. Eine so heftige Rückstreuung ist nur möglich, wenn die positive Ladung konzentriert auf engstem Raum sitzt → es muss einen kleinen, dichten, positiv geladenen Kern geben (Details samt Zahlen in Thema 4).