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12.8 C-14-Methode (Radiokarbon)

Quelle: ➕ Themenpool · Mappe S. 43 (C-14-Bildungsreaktion)

C-14 entsteht in der Atmosphäre aus Stickstoff durch die kosmische Strahlung (ein Neutron trifft N-14):

714N+01n614C+11H

Zerfallsgleichung (Nachfrage-Pflicht): C-14 zerfällt per β⁻ zurück zu N-14: 614C714N+e+ν¯e (Bilanz-Check — Ladung: links 6, rechts 7+(1)=6 ✓; Nukleonen: A:14=14 ✓). Entstehung und Zerfall bilden also einen Kreislauf: Die kosmische Strahlung macht aus N-14 das C-14, und das C-14 zerfällt wieder zu N-14.

Das Prinzip Schritt für Schritt — warum man damit ein Alter messen kann:

  1. Solange der Organismus lebt, tauscht er ständig Kohlenstoff mit der Umwelt (Atmen, Essen, Photosynthese). Dadurch stellt sich in ihm dasselbe Verhältnis 14C/12C ein wie in der Atmosphäre — und dieses ist (über lange Zeit) ungefähr konstant, weil oben ständig neues C-14 nachgebildet wird.
  2. Mit dem Tod stoppt der Austausch: Es wird kein neues C-14 mehr aufgenommen. Das stabile 12C bleibt, das radioaktive 14C aber zerfällt (β⁻, T1/2 5730 Jahre (Wikipedia: Radiocarbon dating)).
  3. Das Verhältnis 14C/12C sinkt also ab dem Tod — und zwar nach genau dem Zerfallsgesetz 2t/T1/2 aus §12.7.
  4. Messung → Alter: Man misst das heutige Verhältnis in der Probe und vergleicht es mit dem lebenden Ausgangswert. Aus dem Restanteil liest man t ab (man löst 2t/T1/2 nach t auf). Beispiel zur Größenordnung: nur noch die Hälfte → das Lebewesen starb vor etwa einer Halbwertszeit (5730 a); ein Viertel → zwei Halbwertszeiten (11460 a).
  5. Warum nur bis ~50 000 Jahre? Nach rund 9 Halbwertszeiten ist so wenig C-14 übrig (290,2%), dass es kaum noch messbar ist — die Methode „stumpft ab". Für ältere Funde braucht man Isotope mit längerer T1/2 (z. B. Kalium-Argon (eine Datierungsmethode über den Zerfall von Kalium-40 zu Argon, T1/21,25 Mrd. Jahre — geeignet für Gesteine bis in den Milliardenjahre-Bereich)).