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12.1 Atomaufbau, Periodensystem, Isotope, Ionen

Quelle: Mitschrift §3.1–§3.2

Worum geht es? Bevor wir Zerfälle rechnen, müssen wir wissen, woraus ein Kern besteht und welche Zahl ihn beschreibt. Genau das leistet dieser Abschnitt: drei Kennzahlen (Z, N, A), und daraus die Begriffe Isotop und Ion.

Ein Atom besteht aus einem winzigen, dichten Kern (Protonen + Neutronen) und einer Elektronenhülle. Ein Atom ist normalerweise neutral, weil sich die positiven Protonen und die negativen Elektronen zahlenmäßig ausgleichen (gleich viele Protonen wie Elektronen). Die Protonen tragen je +e, die Elektronen je e — derselbe Betrag e=1,61019 C (Elementarladung); deshalb ist die Summe bei gleicher Anzahl genau null.

Das Periodensystem ordnet die Elemente nach Kennzahlen:

GrößeSymbolBedeutung
OrdnungszahlZAnzahl Protonen im Kern (bei neutralem Atom = Elektronenzahl)
NeutronenzahlNAnzahl Neutronen (selten gleich Z!)
NukleonenzahlAA=Z+N (Nukleon = Proton oder Neutron)

Schreibweise (wichtig fürs Verständnis der Zerfälle): Ein Nuklid schreibt man ZAX — links oben die Nukleonenzahl A, links unten die Ordnungszahl Z. Beispiel: 614C hat Z=6 Protonen und N=AZ=146=8 Neutronen. Genau diese beiden Zahlen ändern sich (oder bleiben) bei jedem Zerfall — deshalb lohnt sich die Schreibweise.

Isotope sind Atome desselben Elements mit gleichem Z, aber verschiedenem N.

  • Warum chemisch (fast) gleich? Die Chemie eines Atoms wird von der Elektronenhülle bestimmt, und die Elektronenzahl hängt (beim neutralen Atom) nur an Z. Da Isotope dasselbe Z haben, haben sie dieselbe Hülle → fast identisches chemisches Verhalten.
  • Warum trotzdem unterschiedlich gefährlich? Die Stabilität des Kerns hängt vom Verhältnis N/Z ab. Ein zu hohes oder zu niedriges N bringt den Kern aus dem Gleichgewicht → er wird radioaktiv (siehe §12.3). Beispiel: 12C (6p, 6n) ist stabil, 14C (6p, 8n) zerfällt.

Ionen sind Atome/Moleküle mit veränderter Elektronenzahl (nicht: veränderter Protonenzahl!): negativ bei Elektronenüberschuss, positiv bei Elektronenmangel. Ionisierung entsteht durch hohe Energie, Temperatur, elektrische Ladung, Radioaktivität oder chemische Reaktionen. Merke den Unterschied: Ein Ion ändert die Hülle (Elektronen), ein Isotop den Kern (Neutronen) — das eine ist Chemie/Physik der Hülle, das andere Kernphysik.