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14.10 Gleich- und Wechselstrom

Quelle: ✎ Ergänzung (Themenpool §14)

Es gibt zwei Arten, wie ein Strom fließen kann — je nachdem, ob seine Richtung gleich bleibt oder sich umkehrt.

Gleichstrom (DC — direct current): Die Stromrichtung ist konstant, die Elektronen driften dauernd in dieselbe Richtung. Quellen sind Batterie, Akku, Solarzelle, USB.

Wechselstrom (AC — alternating current): Die Stromrichtung kehrt sich periodisch um — die Elektronen schwingen vor und zurück. Das europäische Stromnetz liefert Wechselspannung mit 50 Hz (50 vollständige Perioden pro Sekunde) bei einer Spannung von 230 V.

Warum überträgt man Energie als Wechselstrom? — Schritt für Schritt.

  1. Bei der Übertragung über lange Leitungen entstehen Verluste als Joule'sche Wärme PVerlust=RLeitungI2 (siehe §14.5) — sie wachsen mit dem Quadrat des Stroms I.
  2. Bei fester übertragener Leistung P=UI kann man denselben Energiefluss mit hoher Spannung und kleinem Strom transportieren — dann sind die Verluste klein.
  3. Wechselstrom lässt sich mit einem Transformator verlustarm hoch- und heruntertransformieren (für Gleichstrom geht das nicht so einfach). Deshalb überträgt man über Land Hochspannung und transformiert erst beim Verbraucher auf 230 V herunter.

Warum ist die Frequenz für den Menschen gefährlich? Niederfrequenter Wechselstrom — gerade die 50 Hz des Netzes — ist für das Herz besonders gefährlich: Dieser Frequenzbereich ist genau der, in dem Nerven- und Muskelzellen am leichtesten erregbar sind; und weil der Strom hundertmal pro Sekunde umpolt, trifft er fast sicher auch die vulnerable Phase des Herzzyklus und bringt das Herz aus dem Rhythmus → Herzkammerflimmern (vgl. §14.9). Genau deshalb ist nicht die Spannung, sondern die Stromstärke durch den Körper das Maß für die Gefahr — und die Sicherheitsschwellen in §14.9 sind in Milliampere angegeben.