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9.9 Quantenphilosophie

Quelle: Themenpool §9 · Mitschrift §6.2.1

Abbildung: Tafelbild „Moderne Position zur Natur des Lichtes" — die Wirklichkeit „LICHT" ist prinzipiell unzugänglich; die Quantentheorie ist die widerspruchsfreie Theorie, davon abgeleitet stehen „Welle" und „Teilchen" als Interpretationen gegenüber.

✎ Unterschied zwischen Sehen und Wahrnehmen: Eine Zeichnung besteht aus Strichen, wir nehmen aber einen Menschen wahr. Ähnlich beim Licht: Welle und Teilchen beschreiben beide das Licht — kein Widerspruch in der Theorie, nur in der Sprache. In der mathematischen Beschreibung gibt es keine Probleme; erst wenn wir „denken", müssen wir Welle und Teilchen getrennt betrachten.

Die Fachbegriffe dazu: Dass Welle- und Teilchenbild einander ausschließen, sich aber ergänzen (man sieht entweder Interferenz oder Welcher-Weg, nie beides — §9.3), nennt Niels Bohr das Komplementaritätsprinzip (Komplementarität). Die ganze Sichtweise — Wellenfunktion + Wahrscheinlichkeit (|ψ|2, §9.3a) + Kollaps bei der Messung — heißt Kopenhagener Deutung (nach Bohr und Heisenberg, Kopenhagen ~1927); sie ist bis heute die Standardinterpretation der Quantenmechanik. Die offene Gegenfrage bleibt das Messproblem (§9.4: warum am Ende genau ein Wert herauskommt).