Thema 3 — Sonnensystem
Aufbau · die Sonne · Proton-Proton-Zyklus · Planeten im Detail · galileische Monde
Kapitel
- 3.1 Aufbau des Sonnensystems
- 3.2 Die Sonne
- 3.3 Der Proton-Proton-Zyklus
- 3.4 Planeten im Detail
- 3.5 Galileische Monde
Selfcheck
- Wodurch unterscheiden sich innere und äußere Planeten, und warum gibt es diese Zweiteilung?
- Beschreibe den Schichtaufbau der Sonne. Warum braucht die Energie ~1 Mio. Jahre bis zur Oberfläche?
- Warum sind Sonnenflecken dunkler als ihre Umgebung, und wie entstehen sie?
- Warum kann chemische Verbrennung die Sonne nicht erklären — was tut es stattdessen?
- Schreibe die drei Schritte des Proton-Proton-Zyklus und die Netto-Bilanz auf. Welcher Schritt ist selten?
- Woher kommt die Energie im PP-Zyklus (Stichwort Massendefekt,
)? - Warum ist die Venus heißer als der Merkur, obwohl sie weiter von der Sonne entfernt ist?
- Was treibt den Vulkanismus auf Io an, und warum hat Io kaum Krater?
- Warum bleibt der Ozean unter Europas Eis flüssig — nenne drei Gründe.
- Ein Glas Wasser ist voller Wasserstoffkerne — warum kommt es darin nicht zur Kernfusion?
- Photonen und Neutrinos starten beide im Sonnenkern — wer erreicht die Erde zuerst, und warum ist der Unterschied so groß?
- Io ist längst an Jupiter gebunden (gebundene Rotation) — warum wird es trotzdem durch Gezeiten aufgeheizt? Und warum gibt es auf der Erde zweimal täglich Flut?
- Skizziere die Entstehung des Sonnensystems von der Staubwolke an. Was sind Planetesimale und Protoplaneten?
- Was sind die Tigerstreifen des Enceladus, und warum ist dieser Mond ein Lebenskandidat? Was bedeutet Kryovulkanismus?
- Was macht Ganymed besonders (Größe, Magnetfeld)? Warum ist Callisto der „geologische Gegenpol" zu Io?
- Was beschreibt der Tröpfcheneffekt bei der Gezeitenkraft?
§§ANTWORTEN
- Innere Planeten (Merkur–Mars) sind kleine Gesteinsplaneten mit fester Oberfläche; äußere (Jupiter–Neptun) sind massereiche Gasriesen. Ursache ist die Entstehung: innen blieb nur Gestein/Metall fest → kleine Kerne; außen blieb auch Eis fest, viel mehr Material → große Kerne sammelten zusätzlich Gas ein. (§3.1)
- Von innen nach außen: Kern (Fusion) → Strahlungszone → Konvektionszone → Photosphäre. Die Energie braucht ~1 Mio. Jahre, weil die Photonen ständig an Materie gestreut werden („Random Walk"). (§3.2)
- Sonnenflecken sind kühler als ihre Umgebung und strahlen daher weniger → sie erscheinen dunkler. Sie entstehen, wenn das Magnetfeld der Sonne die Konvektion stört und kühles Plasma nicht mehr absinkt. (§3.2)
- Chemische Verbrennung würde nur einige tausend Jahre reichen — die Sonne leuchtet aber schon ~4,5 Mrd. Jahre. Das passt nicht. Stattdessen wird nach
Masse in Energie umgewandelt (Kernfusion). (§3.2) - (1)
, (2) , (3) . Netto: (Schritt 1 und 2 laufen je zweimal ab). Schritt 1 ist selten (die meisten Protonen prallen ab). (§3.3) - Aus dem Massendefekt: Das ⁴He-Produkt ist leichter als die vier Protonen; die fehlenden 0,7 % der Masse werden nach
in Energie umgesetzt (~26,7 MeV pro Zyklus). (§3.3) - Wegen ihrer dichten CO₂-Atmosphäre und dem dadurch enormen Treibhauseffekt (~500 °C) — heißer als Merkur trotz größerer Sonnenferne. (§3.4)
- Gezeitenkräfte: Jupiter und die anderen Monde stauchen und dehnen Io → innere Reibung → Aufschmelzen → Vulkanismus. Krater fehlen, weil der Vulkanismus die Oberfläche ständig wieder auffüllt (junge Oberfläche). (§3.5)
- Gezeitenkräfte (Reibungswärme durch Stauchung/Dehnung), hoher Salzgehalt (senkt den Gefrierpunkt) und Druck (durch die Anomalie des Wassers bleibt es unter Druck länger flüssig). (§3.5)
- Bei Raumtemperatur liegt die kinetische Energie der Protonen weit unter der Coulomb-Barriere; zudem sind sie in Molekülen gebunden und von Elektronenhüllen abgeschirmt — sie kommen nie in die Reichweite der starken Kraft. Fusion braucht ~15 Mio. °C heißes Plasma. (§3.3)
- Das Neutrino: Es unterliegt nur der schwachen Wechselwirkung, die Sonne ist für es durchsichtig — es fliegt direkt aus dem Kern und erreicht die Erde nach ~8 Minuten. Das Photon wird ständig gestreut (Random Walk) und braucht ~1 Mio. Jahre aus der Sonne. (§3.2/3.3)
- Weil die Bahnresonanz mit Europa und Ganymed Ios Bahn elliptisch hält — mal näher, mal ferner von Jupiter, die Gezeitenverformung ändert sich periodisch → Reibungswärme. Zwei Fluten: mondnahe Seite stärker angezogen + mondferne Seite durch den Umlauf um den gemeinsamen Schwerpunkt hinausgeschleudert → zwei Flutberge, unter denen sich die Erde täglich hindurchdreht. (§3.5)
- Eine Gas-/Staubwolke (Sonnennebel) kollabiert durch Gravitation und plattet (Drehimpulserhaltung) zu einer rotierenden Scheibe ab; im Zentrum zündet die Sonne. In der Scheibe verklumpt Staub zu Planetesimalen (km-große „Bausteine"), diese wachsen durch Akkretion zu Protoplaneten (Vorstufen der Planeten); wer seine Bahn „freiräumt", wird ein Planet. (§3.1)
- Die Tigerstreifen sind Spalten am Südpol des Enceladus, aus denen Wasser-Geysire (Kryovulkanismus = Eisvulkanismus) schießen. Sie beweisen einen flüssigen Ozean unter dem Eis; im Material fand man Salze und organische Moleküle → Lebenskandidat, und man kann das Ozeanwasser direkt aus den Fontänen beproben, ohne zu bohren. (§3.4)
- Ganymed ist der größte Mond des Sonnensystems (größer als Merkur) und der einzige mit eigenem Magnetfeld (flüssiger Eisenkern), vermutlich mit unterirdischem Ozean. Callisto ist Ios Gegenpol: weit außen → kaum Gezeiten → kein Vulkanismus → älteste, am stärksten verkraterte Oberfläche, geologisch „tot". (§3.5)
- Der Tröpfcheneffekt: Durch die Gezeitenkraft (Gravitationsdifferenz nah/fern) wird ein Körper entlang der Verbindungslinie gestreckt und nimmt eine tropfen-/eiförmige Gestalt an. (§3.5)