14.5 Grundgrößen und Ohm'sches Gesetz
Quelle: Mitschrift §5.1.7–§5.1.8
| Größe | Symbol | Einheit | Formel | Messgerät |
|---|---|---|---|---|
| Stromstärke | A | Amperemeter (in Reihe) | ||
| Spannung | V | Voltmeter (parallel) | ||
| Widerstand | Ω | Ohmmeter (ohne Quelle) | ||
| Leistung | W | — |
✎ Die vier Größen — jeweils „was misst sie, woher die Formel".
- Stromstärke
(A): wie viel Ladung pro Zeit durch den Leiterquerschnitt fließt. Direkt aus der Definition: viel Ladung in kurzer Zeit = großer Strom. ( durchgeflossene Ladung; Zeit.) - Spannung
(V): Energie pro Ladung — wie viel Energie das Feld einer Ladung „mitgibt". ✎ Sie ist relativ (ein Potentialunterschied): Ein Körper kann gegenüber einem zweiten negativ, gegenüber einem dritten positiv sein — nur die Differenz zählt. ( Energie.) - Widerstand
(Ω): Maß für den Energieverlust / Spannungsabfall. Anschaulich: Bremsen die Atomrümpfe die Elektronen stark, braucht man für denselben Strom mehr Spannung → großes . (Definition, gilt immer; das eigentliche Ohm'sche Gesetz ist die Aussage, dass dabei konstant bleibt.) - Leistung
(W): Energie pro Zeit, die der Verbraucher umsetzt. Kurzherleitung: — also „Energie pro Ladung mal Ladung pro Zeit". Die Elektronen reiben an den Atomrümpfen → diese Energie wird Joule'sche Wärme (Föhn, Herdplatte).
✎ Energieeinheit Elektronenvolt (eV) — Schritt für Schritt. Das Elektronenvolt (eV) ist eine Energieeinheit — die Energie, die ein Elektron (Ladung
) gewinnt, wenn es eine Potentialdifferenz von 1 V durchläuft. Man liest sie direkt aus der Spannungsdefinition ab, also :
- Ladung einsetzen:
, durchlaufene Spannung . - Multiplizieren:
- Achtung: Der Name enthält „Volt", aber das eV ist eine Energieeinheit, keine Spannung. Übliche Vielfache: keV (
eV), MeV ( eV), GeV ( eV).
- ✎ In der Atom- und Kernphysik rechnet man in eV statt in Joule, weil das Joule dort viel zu groß ist: chemische Bindungen liegen bei einigen eV, Kernprozesse bei MeV (vgl. Kernphysik und die Photonenergien
in Thema 9).
Ohm'sches Gesetz (gilt bei den meisten Vorgängen, Ausnahme: Supraleiter und z. B. die Glühbirne, §14.7):
✎ Was ist die eigentliche Aussage? Dass
konstant ist — also und proportional sind. Trägt man im Experiment gegen auf, ergibt sich dann eine Gerade durch den Ursprung; ihre Steigung ist gerade . Genau das prüft das Schulexperiment.
✎ Schulexperiment — Schritt für Schritt (Kennlinie).
- Aufbau: Regelbare Gleichspannungsquelle, fester Widerstand (z. B.
), Amperemeter in Reihe, Voltmeter parallel zum Widerstand (warum so: siehe Schaltregel unten). - Durchführung: Mehrere Spannungswerte einstellen (z. B. 0–15 V) und jeweils den Strom
ablesen — eine Wertetabelle aufnehmen. - Auswertung: Die Punkte ins
- -Diagramm eintragen → sie liegen auf einer Geraden durch den Ursprung = lineare Kennlinie. Das bestätigt die Proportionalität . ablesen: Die Steigung ist konstant und gleich dem Widerstand. Z. B. bei V und A → . ✎ Drei Lesarten derselben Formel (welche Größe man konstant hält):
: bei festem steigt die Spannung proportional zum Strom. : bei fester Spannung sinkt der Strom, wenn wächst (mehr Widerstand „bremst"). : so misst/definiert man (Steigung der Kennlinie).
✎ Anwendung Haushaltsnetz (230 V) — warum hat ein starkes Gerät einen kleinen Widerstand? (Schritt für Schritt)
- Im Haushaltsnetz ist die Spannung fest (
V). - Ein Gerät mit großer Leistung
braucht wegen einen großen Strom: (großes , festes → großes ). - Aus
folgt: großer Strom bei fester Spannung ⇒ kleiner Widerstand. Starkes Gerät (großes ) = kleiner Widerstand. (Beispiel: ein 2000-W-Föhn zieht A → — viel kleiner als eine 60-W-Lampe.)
✎ Schaltregel — und warum so? Das Amperemeter misst den Strom durch ein Bauteil → es muss in Reihe liegen (derselbe Strom fließt hindurch); damit es nichts verfälscht, hat es einen sehr kleinen Eigenwiderstand. Das Voltmeter misst die Spannung über einem Bauteil → es liegt parallel dazu (beide haben dieselbe Spannung); damit kaum Strom durch das Voltmeter „abzweigt", hat es einen sehr großen Eigenwiderstand.