Zielformel:
Gültigkeitsbereich / Annahmen:
- Homogenes Feld im Plattenkondensator:
(Plattenabstand klein gegen die Plattenausdehnung). - Öltröpfchen als winzige Kugel; gleichmäßiges Sinken nach dem Stokes-Gesetz (laminar, langsam, kleine Kugel).
- Öl statt Wasser: verdunstet während der Messung nicht,
bleiben konstant; Auftrieb in Luft vernachlässigt (Physik+-Hinweis im Skript). - In Phase 2 wird im gleichförmigen Sinkabschnitt abgelesen (nachdem das Kräftegleichgewicht erreicht ist).
Verwendete Formeln
| Formel | Name | Formelnheft |
|---|---|---|
| Kraft im elektrischen Feld | ✅ S. 4 („ | |
| elektrische Arbeit/Spannung | ✅ S. 4 („ | |
| Gewichtskraft | ✅ S. 2 („ | |
| Stokes-Reibung | ✅ S. 2 („Stokes") | |
| Dichte | ✅ S. 2 („ | |
| Kugelvolumen | ❌ Mathematik, nicht im Formelnheft — selbst hinschreiben | |
| Feldstärke im homogenen Feld | ❌ nicht im Formelnheft — in zwei Zeilen herleiten: | |
| Elementarladung | ✅ S. 1 (Konstanten) |
Herleitung (Schritt für Schritt)
Phase ① — Schweben (Schwebephase)
- Schwebebedingung ansetzen (Spannung so einstellen, dass das Tröpfchen ruht: Gesamtkraft null, die elektrische Kraft nach oben gleicht genau die Gewichtskraft nach unten aus — das ist die Definition des Schwebens):
- Beide Kräfte einsetzen (links
von S. 4, rechts von S. 2): - Plattenkondensator-Feldstärke
einsetzen und nach auflösen (Zweizeilen-Herleitung von siehe Tabelle; beide Seiten durch teilen): Hier lässt sich noch nicht berechnen: sind bekannt, aber die Masse des winzigen Tröpfchens kann man nicht direkt wiegen — genau dafür braucht es Phase ②.
Phase ② — Feld aus, gleichförmiges Sinken (Sinkphase)
- Kräftegleichgewicht beim gleichförmigen Sinken ansetzen (ohne Feld bleibt nur die Gewichtskraft, das Tröpfchen beschleunigt; die Stokes-Reibung
wächst mit , bis sie die Gewichtskraft genau ausgleicht — danach konstante Geschwindigkeit. Im gleichförmigen Abschnitt: Reibung = Gewicht): Eine Gleichung, zwei Unbekannte ( und ) → eine zweite Beziehung ist nötig. über die Dichte als Funktion von ausdrücken ( von S. 2 nach auflösen, Kugelvolumen ; die Öldichte ist bekannt): - In Schritt 4 einsetzen,
eliminieren (jetzt ist die einzige Unbekannte): - Beide Seiten durch
und durch teilen ( , also erlaubt; rechts wird aus ein ): - Nach
auflösen (durch teilen; Division durch einen Bruch = Multiplikation mit dem Kehrwert: ): - Wurzel ziehen (positive Wurzel — ein Radius ist positiv):
Rechts stehen nur messbare/bekannte Größen ( ) → ist bestimmt; zurück in Schritt 5 liefert das die Masse .
Phase ③ — Rückeinsetzen und Auswertung
- Das
aus Phase ② in Schritt 3 einsetzen (jetzt ist jede Größe bekannt; die Ladung jedes einzelnen Tröpfchens ist berechenbar): - Für viele Tröpfchen wiederholen und auftragen (die entscheidende Beobachtung: die
-Werte füllen die Zahlenachse nicht gleichmäßig, sondern liegen nur auf äquidistanten „Stufen" mit Lücken dazwischen): - Stufenabstand ablesen = Elementarladung (wäre Ladung beliebig teilbar, müssten die Messwerte kontinuierlich verteilt sein; diskrete Stufen lassen sich nur durch eine kleinste, unteilbare Ladungsportion erklären):
Fazit: Die Ladung ist gequantelt — jede Ladung ist ein ganzzahliges Vielfaches von .
Größenordnungs-Beispiel (unabhängig nachgerechnet, kein Pflichtstoff)
Typische Werte:
(im Mikroskop sichtbar ✓) kg - Mit
und mm: Schwebespannung V — einige hundert Volt, experimentell völlig plausibel ✓
Variablentabelle
| Symbol | Bedeutung | SI-Einheit |
|---|---|---|
| Ladung des Öltröpfchens | C | |
| Elementarladung | C | |
| ganze Zahl (Anzahl der Ladungsportionen) | — | |
| elektrische Feldstärke zwischen den Platten | V/m = N/C | |
| Spannung zwischen den Platten | V | |
| Plattenabstand | m | |
| Masse des Öltröpfchens | kg | |
| Gravitationsfeldstärke | m/s² | |
| Viskosität der Luft (Zähigkeit) | Pa·s | |
| Radius des Öltröpfchens | m | |
| gleichförmige Sinkgeschwindigkeit (Messwert) | m/s | |
| Dichte des Öls (bekannte Materialkonstante) | kg/m³ | |
| Volumen des Öltröpfchens | m³ | |
| elektrische Kraft / Gewichtskraft / Stokes-Reibung | N |
Verknüpfungen
- H12 — das hier gemessene
ist die Brücke der eV↔J-Umrechnung ( ). - Thema 4 §4.3 — Skript-Fassung: Aufbau, „warum Öl statt Wasser", „warum nicht im Vakuum", drei Phasen Schritt für Schritt.
- Thema 14 §14.2 — die Ladungsquantelung im Kontext der Elektrizitätslehre (
und Ladungserhaltung).