Zielformeln:
Gültigkeit/Annahmen:
- ① gilt für jede periodische Welle (Schall, Wasser, Licht); einzige Voraussetzung: die Wellenform verschiebt sich mit konstanter Geschwindigkeit
. - ② Fraunhofer-Bedingung (Fernfeld): Schirm weit weg (
), austretende Strahlen näherungsweise parallel; Spaltabstand konstant. - ③ senkrechter Einfall; Brechungsindex der Schicht liegt zwischen den Nachbarmedien (
), daher haben beide reflektierten Wellen einen -Sprung. - ④ Kleinwinkel-/Dünnschicht-Näherung
(Luftspalt viel dünner als Krümmungsradius); monochromatisches Licht, senkrechter Einfall; dunkle Ringe im reflektierten Licht.
Verwendete Formeln
| Formel | Name | Formelnheft |
|---|---|---|
| Wellengeschwindigkeit | ✅ S. 3 („Wellengeschwindigkeit") | |
| Frequenz–Periode | ✅ S. 2 („ | |
| Interferenzmaxima beim Mehrfachspalt | ✅ S. 4 („Interferenzmaxima beim Mehrfachspalt") — umgestellte Form der Zielformel ② | |
| Wellenlänge im Medium | ✅ S. 4 („Wellenlänge im Medium") | |
| konstruktiv | Interferenzbedingungen | ❌ nicht im Formelnheft — selbst anschreiben (Begründung in ② Schritt 3) |
| Reflexion am dichteren Medium: Sprung | Phasensprung | ❌ nicht im Formelnheft — Wellensatz, selbst formulieren |
| Höhensatz / Kreisgeometrie | ❌ Mathematik, nicht im Formelnheft | |
| Lichtgeschwindigkeit | ✅ S. 1 (Konstantentabelle) |
Herleitung (Schritt für Schritt)
① — direkt aus den Definitionen
- Schlüsselbeobachtung: Nach einer Periode
sieht die Welle wieder genauso aus — nur um eine Wellenlänge verschoben (genau das sind die Definitionen von und : zeitliche bzw. räumliche Periode). - Allgemeine Geschwindigkeitsformel (gleichförmig):
. - Einsetzen von
(S. 2): - Probe (UKW-Sender 88,6 MHz):
. (Mit dem genauen S.-1-Wert : m — ebenfalls m; das Skriptum rundet auf 3,3 m.) Radiowellen im Meterbereich vs. Lichtwellen im nm-Bereich unten.
② Maxima am Gitter/Doppelspalt:
- Geometrie: Benachbarte Spalte im Abstand
; Schirm weit weg ( ) → die beiden Strahlen zum selben Schirmpunkt sind näherungsweise parallel, Winkel zur Normalen. - Geometrie des Gangunterschieds: Lot vom oberen Spalt auf den Strahl des unteren Spalts → rechtwinkliges Dreieck mit Hypotenuse
; der Mehrweg des unteren Strahls ist die Gegenkathete von : - Gleichphasigkeit (warum ganzzahlige Vielfache von λ): Um eine Wellenlänge verschoben, deckt sich eine Welle exakt mit sich selbst (Phase
). Konstruktive Interferenz (Berg auf Berg, maximale Helligkeit) verlangt also einen Gangunterschied von ganzzahligen Wellenlängen: - 2 und 3 kombinieren:
Die rechte Form ist wörtlich Formelnheft S. 4 „Interferenzmaxima beim Mehrfachspalt" — darf direkt zitiert werden. - Kleinwinkel-Erweiterung (Messexperiment im Skriptum): Für
gilt → . Probe (rote Zeile des Skriptums): m, m, m → m nm ✓ (rot).
③ λ/4-Antireflexschicht:
- Aufbau: Auf Glas (
) eine Schicht mit dazwischenliegendem Brechungsindex (MgF₂, ). Senkrechter Einfall; Teilreflexion an der Schichtoberseite und an der Grenze Schicht–Glas. - Die beiden Phasensprünge heben sich auf: Wellensatz — Reflexion am dichteren Medium springt um
(„festes Ende"), am dünneren nicht. Hier gilt : beide Grenzflächen reflektieren zum dichteren Medium → beide Wellen springen um → die Sprünge tragen netto nichts zur Phasendifferenz bei; nur der Gangunterschied zählt. - Optischer Gangunterschied: Die untere Welle läuft in der Schicht hinunter und wieder hinauf — geometrisch
mehr. In der Schicht ist die Wellenlänge auf verkürzt (S. 4 „Wellenlänge im Medium") — auf gleicher Strecke passen mehr Wellenlängen, effektiver optischer Weg = geometrischer Weg × : - Auslöschungsbedingung (Entspiegelung = destruktive Interferenz der Reflexe): Gangunterschied = halbzahlige Wellenlängen (Berg auf Tal). Dünnste Lösung (
): — die „Viertelwellenlängen-Schicht" (ein Viertel der Wellenlänge in der Schicht: ). - Probe (Auslegung auf Grün):
nm, → nm ✓ (Skriptum: ≈100 nm). - Wohin geht die Energie? Das „ausgelöschte" Reflexionslicht verschwindet nicht, sondern geht in die Transmission — genau der Zweck der Vergütung. Die Bedingung gilt streng nur für ein
→ Restreflex purpur/violett.
④ Newton'sche Ringe:
- Aufbau: Schwach gewölbte Sammellinse (Krümmungsradius
) auf planer Glasplatte; dazwischen ein nach außen dicker werdender Luftspalt (Dicke ). Monochromatisches Licht, senkrechter Einfall, Beobachtung in Reflexion. - Geometrie der Spaltdicke (Kleinwinkelnäherung, explizit): Die Linsenunterseite ist eine Kugelfläche mit Radius
. Beim Abstand von der Achse gilt nach dem Höhensatz (rechtwinkliges Dreieck im Kreis: Quadrat der Höhe = Produkt der Hypotenusenabschnitte): Wegen (μm gegen m) wird der -Term vernachlässigt: - Phasenlage: Der
-Sprung tritt nur an der unteren Grenzfläche auf (Luft → Glas, zum dichteren Medium); oben (Glas → Luft) kein Sprung. Ein -Sprung = zusätzliche halbe Wellenlänge → die Bedingung kippt: Bei ganzzahligem geometrischem Gangunterschied herrscht Auslöschung (dunkle Ringe); das Zentrum ist dunkel. - Bedingung für dunkle Ringe in Reflexion:
- 2 und 4 kombinieren (Radius
des -ten dunklen Rings): - Probe:
m, gemessen mm beim -ten dunklen Ring → m nm ✓ — gleiche Wellenlänge wie die Gittermessung in ② (Skriptum: zwei unabhängige Methoden bestätigen einander). Blau hat kürzeres → kleinere Ringradien bei gleichem → dichtere Ringe ✓.
Variablentabelle
| Symbol | Bedeutung | SI-Einheit |
|---|---|---|
| Wellengeschwindigkeit (Vakuumlichtgeschwindigkeit | m/s | |
| (Vakuum-)Wellenlänge | m | |
| Wellenlänge im Medium | m | |
| Frequenz | Hz = 1/s | |
| Periodendauer | s | |
| Gitterkonstante = Abstand benachbarter Spalte | m | |
| Beugungswinkel des | rad (°) | |
| Ordnung | — (dimensionslos) | |
| (optischer) Gangunterschied | m | |
| Abstand der Maxima am Schirm, Abstand Gitter–Schirm | m | |
| Schichtdicke / Luftspaltdicke | m | |
| Brechungsindex (Schicht | — (dimensionslos) | |
| Krümmungsradius der Linse | m | |
| Radius des | m |
Verknüpfungen
- ①②: Thema 13 §13.3, Thema 13 §13.5 (Gitterexperiment)
- ③④: Thema 6 §6.5, Thema 6 Newton-Ringe, Thema 13 §13.5a
- Engerer Spalt ↔ breiterer Fleck ↔ Unschärferelation: Thema 9
- ① gilt ebenso für Schall: H16